Herzogenaurach. Wie klingt ein Kontrabass aus nächster Nähe? Was macht den besonderen Klang einer Klarinette aus? Und wie fühlt es sich an, selbst einmal ein Instrument auszuprobieren? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der inklusiven Partnerklasse 2c+ der Grundschule Weisendorf bei dem Projekt „Die Welt der Instrumente“ am Gymnasium Herzogenaurach.
15 Oberstufenschülerinnen und -schüler der Q12 und Q13 hatten in den vergangenen Wochen ein abwechslungsreiches musikalisches Programm vorbereitet. Ziel war es, den Zweitklässlern die Welt der Instrumente nicht nur zu erklären, sondern vor allem erlebbar zu machen: mit kurzen Musikstücken, anschaulichen Erklärungen und zahlreichen Mitmachaktionen.
Dabei stand nicht nur musikalisches Können im Mittelpunkt, sondern auch pädagogisches Feingefühl. „Die Schülerinnen und Schüler sollten sich in die Sichtweise deutlich jüngerer Kinder hineinversetzen“, erläutert eine betreuende Lehrkraft Susanne Hornauer. „Wie lange können sie zuhören? Wann braucht es Interaktionen? Und was ist für sie überhaupt interessant?“ Besonders im inklusiven Kontext sei es wichtig gewesen, auf unterschiedliche Voraussetzungen einzugehen. Musik habe hier als verbindendes Element gewirkt: „Musik ist eine universelle Sprache; sie ermöglicht Teilhabe, auch ohne viele Worte.“
Dass dieses Konzept aufging, zeigte sich in zahlreichen lebendigen Momenten während der Veranstaltung. Mit sogenannten Aktionskarten wurden die Grundschulkinder aktiv eingebunden: Sie konnten Instrumente selbst ausprobieren, Töne erzeugen oder kleine Aufgaben lösen. „Alle konnten sogar den Kontrabass zum Klingen bringen. Das hat den Kindern großen Spaß gemacht“, berichtet Hornauer. Besonders eindrucksvoll sei der Moment gewesen, als ein zunächst zurückhaltendes Kind begeistert das Cembalo ausprobierte. Gleichzeitig beeindruckte auch die Aufmerksamkeit der jungen Zuhörer: „Trotz der Aufregung haben viele Kinder sehr konzentriert zugehört.“
Auch für die Oberstufenschüler war das Projekt eine wertvolle Erfahrung. Jana Kröber (Q13), die ihre Blockflöte präsentierte, betont: „Mir war wichtig zu zeigen, wie vielfältig die Blockflöte ist. Die Kinder waren sehr aktiv und interessiert. Ihre Begeisterung hat mich besonders gefreut.“
Rica Matthäus (Q13, Klarinette) hebt vor allem die Vorbereitung hervor: „Wir haben uns genau überlegt, welche Informationen für die Kinder wirklich spannend sind.“ Ein besonderer Moment für sie: „Als eine Schülerin meine Frage richtig beantworten konnte, da habe ich gemerkt, dass sie wirklich aufmerksam war.“
Auch Maximilian Söllner (Q13, Schlagzeug) beschreibt die Begegnung als prägend: „Die Kinder waren sehr interessiert. Als ich einen besonderen Rhythmus gezeigt habe, hat mich ein Kind plötzlich mit großen Augen angeschaut. Da wusste ich, dass es ankommt.“ Für ihn steht fest: „Die Freude an Musik kann man schon bei jungen Kindern spüren. Das sollten wir unbedingt weitergeben.“