Erster G9-Abiturjahrgang am Gymnasium Herzogenaurach verabschiedet (eingestellt am 29.06.2026)

Herzogenaurach, 26. Juni 2026. Mit einer feierlichen Verabschiedung hat das Gymnasium Herzogenaurach seinen ersten Abiturjahrgang des neunjährigen Gymnasiums (G9) gewürdigt. Nachdem es 2025 wegen des Wechsels von G8 zu G9 keinen regulären Abiturjahrgang gab, erhielten nun wieder Abiturientinnen und Abiturienten ihre Allgemeine Hochschulreife. Insgesamt legten von 98 angetretenen Schülerinnen und Schüler alle erfolgreich die Abiturprüfung ab.

Der Jahrgang setzt sich aus 50 jungen Frauen und 48 jungen Männern zusammen. Die Absolventinnen und Absolventen erreichten einen Gesamtdurchschnitt von 2,27. Besonders erfreulich: 35 Schülerinnen und Schüler schlossen ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab. Die beste Abiturnote erzielte Maximilian Söllner mit 1,0, gefolgt von Paula Retzer mit 1,1 sowie Jana Kröber und Josephine Enders mit je 1,3.

Für Schulleiter Ralph Frisch markiert der diesjährige Jahrgang einen besonderen Meilenstein in der Entwicklung des bayerischen Gymnasiums:

„Nach einem Jahr ohne Abitur haben wir in diesem Schuljahr den ersten Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums verabschiedet. Die Umstellung auf G9 war aus meiner Sicht eine gute Entscheidung. Das zusätzliche Schuljahr bietet mehr Raum für persönliche Reifung, Berufs- und Studienorientierung sowie für außerschulische Aktivitäten. Schule, Freizeit und persönliches Engagement lassen sich dadurch wieder besser miteinander vereinbaren.“

Mit dem G9 wurde nicht nur die Schulzeit verlängert, sondern auch ein neuer Lehrplan eingeführt. Dieser setzt stärker auf Kompetenzorientierung und die Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten und einzuordnen. Gerade vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung.

„In Zeiten, in denen Informationen jederzeit verfügbar sind und KI-Systeme Antworten scheinbar mühelos liefern, wird die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen immer wichtiger. Unsere Abiturientinnen und Abiturienten mussten in den Prüfungen zeigen, dass sie Informationen analysieren, verknüpfen und bewerten können. Diese Kompetenzen werden sie auch in Studium, Beruf und Gesellschaft dringend benötigen“, betont Frisch.

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Auch Oberstufenkoordinatorin Silke Hoffmann zieht nach dem ersten vollständigen G9-Durchgang eine positive Bilanz. Größere Unterschiede zum früheren G8-System habe sie im schulischen Alltag zwar nicht festgestellt. Dennoch seien viele Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Oberstufe zu gereiften Persönlichkeiten herangewachsen. Als bedeutsame Neuerung hebt sie insbesondere das Modul zur Studien- und Berufsorientierung hervor, dessen weitere Ausgestaltung in den kommenden Jahren sicherlich noch diskutiert werde.

Ein Blick auf die Wahl der Leistungs- und Prüfungsfächer verdeutlicht die fachliche Vielfalt des ersten G9-Abiturjahrgangs. Besonders stark vertreten waren die klassischen Leistungsfächer Deutsch und Mathematik, die jeweils von rund einem Fünftel des Jahrgangs belegt wurden. Auch Englisch erfreute sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus nutzten zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte in anderen Fachbereichen zu setzen. So wurden am Gymnasium Herzogenaurach auch Leistungsfachkurse in Geschichte, Kunst und Physik erfolgreich eingerichtet. Diese breite Streuung der Kurswahlen unterstreicht die vielfältigen Interessen und Begabungen des Jahrgangs und zeigt zugleich die große Bandbreite des schulischen Angebots.

Die Wahl der Abiturprüfungsfächer spiegelte diese Vielfalt wider. Neben den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch entschieden sich viele Abiturientinnen und Abiturienten für Prüfungen in Geschichte, Kunst, Physik, Politik und Gesellschaft sowie weiteren gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern. Der Jahrgang vereinte damit sprachliche, künstlerische, gesellschaftswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Interessen.

Ergänzt wurde das Oberstufenangebot durch mehrere Wissenschaftspropädeutische Seminare (W-Seminare), in denen die Schülerinnen und Schüler eigenständig wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiteten. Die Themen reichten von naturwissenschaftlichen Untersuchungen im Seminar „Insekten“ über literarische Zukunftsentwürfe in „Visions of the Future – Utopian and Dystopian Societies“ bis hin zu historischen und politischen Fragestellungen in den Seminaren „Fragen und Problemstellungen des Zweiten Weltkriegs“, „Geschichte des Krieges vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ und „Wie Demokratien (nicht) sterben“. Künstlerische Ausdrucksformen standen im Mittelpunkt des Seminars „Die Vielfalt der Zeichnungen“. Die Bandbreite der Seminarangebote verdeutlicht den Anspruch der gymnasialen Oberstufe, wissenschaftliches Arbeiten mit individuellen Interessen und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden.

Der diesjährige Jahrgang profitiert zudem von einer besonderen Ausgangslage: Nach einem Jahr ohne regulären Abiturjahrgang 2025 treffen die Absolventinnen und Absolventen auf vergleichsweise wenige Mitbewerberinnen und Mitbewerber bei Studienplätzen und auf dem Ausbildungsmarkt.

„Unsere Abiturientinnen und Abiturienten haben beste Chancen für ihren weiteren Weg. Wir freuen uns besonders darüber, dass alle Prüflinge ihr Abitur erfolgreich bestanden haben, und wünschen unserem ersten G9-Abiturjahrgang viel Erfolg, Glück und Zuversicht für die kommenden Jahre“, so Schulleiter Frisch.

Als erster Abiturjahrgang des neunjährigen Gymnasiums wird der Jahrgang 2026 einen besonderen Platz in der Schulgeschichte des Gymnasiums Herzogenaurach einnehmen. Er markiert zugleich den erfolgreichen Abschluss der mehrjährigen Umstellung vom G8 auf das G9.

Text/Bild: Johannes Knoblach

Bild 1: Abiturientinnen und Abiturienten stehend, im Vordergrund Schulleitung und Ehrengäste aus Stadt und Landkreis

Bild 2 (v. li.): Maximilian Söllner (1,0), Paula Retzer (1,1), Jana Kröber (1,3), Josephine Enders (1,3), Ralph Frisch (Schulleiter), Dr. German Hacker (Bürgermeister Herzogenaurach)